Dieser Tag beginnt für uns alle sehr früh, was uns aber ermöglicht den Sonnenaufgang zu genießen. Nach dem Frühstück um 6:30 Uhr und der anschließenden Vorbesprechung zu unserem heutigen Interviewpartner, dem Ranger Alan Fogarty, brechen wir auf, zur Samrec Pinguin Station, an der wir uns auch mit ihm treffen werden. Da er auf sich warten lässt, nutzen wir die Gelegenheit um zu dem nahen Strand und dort auf Entdeckungsreise am steinigen Ufer zu gehen.







In der Pinguinstation treffen wir auf Sheryll, die uns zunächst erläutert welche Pinguinarten es gibt und wo diese leben. Zum Beispiel lebt in Südafrika, Südlich von Simon’s Town am Strand Boulders Beach eine Kolonie von Brillenpinguinen (african penguins, jackass penguins), die an Land eher tollpatschig wirken. Sie sind kleine (60 cm), schwarz-weiße Pinguine, die im Wasser sehr gute Schwimmer und Taucher sind. Anschließend führt sie uns durch die Station und erklärt uns welchen Einfluss die Menschen und welche Auswirkungen Umweltkatastrophen, wie die Verschmutzung durch Öl auf die Umwelt und das Leben der Pinguine haben. Sie erläutert uns ihre Arbeit, dass sie die mit Öl verschmutzten Pinguine aufnehmen, gründlich säubern und schließlich aufpäppeln, sodass sie wieder in ihren normalen Lebensraum resozialisiert werden können.
Die in Suedafrika lebenden Brillenpinguine.
Sheryll am Pinguinbecken.
Zusammen mit Alan und seinem 360° Offroad Auto fahren wir schließlich zum lang erwarteten Addo Elephant Park, einer der Nationalparks von Südafrika. Alan Fogarty ist etwas über 50 Jahre, seine Muttersprache ist Englisch und er hat eine deutsche Ehefrau. Mit seinem Unternehmen „Alan Tours“ leitet er u.a. Touren in den Nationalparks aber auch in und um das Eastern Cape, wie z.B. auch durch das Walmer Township. Heute sind wir mit Alan auf der Suche nach den „Big Five“: Elefant, Schwarzes Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard aber auch nach anderen, typisch südafrikanischen Tieren, wie das Zebra, besondere Affenarten oder die farbenfrohen Vögel. Die nahezu unberührte Natur lädt ein, nach den Tieren Ausschau zu halten.



Im Park, lassen die ersten Tiere nicht lange auf sich warten. Uns begegnen zwei Warthogs und bald darauf ein ziemlich versteckter Elefant, der genüsslich an einem Busch knabbert. Wir sehen eine große Büffelherde direkt am Straßenrand und etwas weiter entfernt Zebras, Kudus und Hartebees. Die Weite der Natur ist einfach beeindruckend und auch die Unterschiede der Landschaft, z.B. zunächst Büsche soweit das Auge reicht, und nach einigen Kilometern weite Wiesen mit vereinzelten Bäumen. Das sind natürlich ideale Bedingungen, um die verschiedensten Tierarten zu beobachten.
Termitenhaufen wie dieser, aber auch noch viel groessere, ziehen sich, dicht an dicht über die ganze Landschaft.
Im Hintergrund sieht man die Zebras, die wirklich extrem gut getarnt sind.
Vielleicht waren die Zebras auch in diesem Bild...


Zur Mittagszeit machen wir eine Pause an „Jacks Picnic Site“ an der auch die Gesprächsrunde und das Interview stattfinden. Alan beantwortet uns eine Menge Fragen, sodass wir herausfinden, dass er seit er denken kann Ranger werden wollte. Wir erfahren, dass es nicht immer einfach ist, mit Menschen zu arbeiten, die verschiedene Sprachen sprechen und die Kommunikation, wenn nicht auf Englisch, mit Händen und Füßen erfolgt (egal aus welchem Land, versteht man die Geste für Elefant). Bei der Gestaltung seiner Führungen orientiert er sich an den Vorstellungen seiner Kunden, welche auch nah mit deren Kultur zusammenhängt. Er erzählt uns ein Beispiel aus seinem Alltag, von einem älteren englischen Ehepaar, das sehr interessiert war Pflanzen und Schmetterlinge zu beobachten, wohingegen er ein junges deutsches Paar begleitete, die nur darauf fixiert waren, die „Big Five“ zu erspähen. Problematisch wird es, wenn auf einer Tour diese beiden Kulturen aufeinander treffen, erklärt Alan, dann sei sein Ranger Talent gefragt, sodass alle Vorstellungen so gut wie es eben möglich ist wenn man mit wildlebenden Tieren zu tun hat, erfüllt werden können.
Auf die Frage, ob die ganzen Touristen die wilden Tiere nicht stören oder etwa stressen würden, erläutert er, dass es normal für sie sei, da sie mit den Menschen in ihren Autos aufwuchsen und es daher gewöhnt seien in ihrem natürlichen Verhalten beobachtet zu werden. Natürlich kam auch die Frage nach der Gefahr bei den Touren, die allerdings nur bestehe, wenn man sein Auto verließe. Er selbst hat einige Erlebnisse und gefährliche Situationen aus seiner Rangerlaufbahn erzählt, die allerdings nicht im Addo geschahen (das musste er sagen :-)). Im Interview wurden diese Ergebnisse schließlich gesichert und nach einem Gruppenfoto geht der zweite Part der Safari los.



Unser Ranger, Alan Fogarty.
Sipho interviewt Alan.
Wir beobachten einige „Ostrichs“ (Sträuße), „Blackbacked jackals“ (Schakal), „Vervet Monkeys“ und viele weitere Warthogs, Kudus und Büffel. Und zu unserer großen Freude, weiter entfernt, einige Elefanten. Für alle, die nach der Stundenlangen Fahrt noch nicht schliefen, gab es ein atemberaubendes Erlebnis. Einige Elefanten grasen auf einer Fläche etwa 100 Meter von uns. Während wir beobachten bewegt sich ein Elefant auf uns zu und überquert kurz vor dem Auto die Straße. Es war einfach unglaublich!
Der Affe sitzt etwas versteckt, im Baum in der Mitte des Bildes.
Zurück in unserer Unterkunft gibt es Abendessen, eine südafrikanische Spezialität: Bobotie. Bei der abendlichen Evaluationsrunde zeigen die TeilnehmerInnen, dass die Eindrücke des Tages geblieben sind und auch bleiben werden. Es hat sich ein Bewusstsein über die Schönheit und den Wert der Natur entwickelt und darüber, wie stark der Mensch diese bedroht. Dieser Tag, in der „Samrec Pinguin Station“ und dem „Addo Elephant Park“, ist also definitiv ein prägendes Erlebnis, das die TeilnehmerInnen mit nach Hause nehmen und darüber berichten werden, vor allem die deutschen TeilnehmerInnen. Für die meisten war es ein sehr relaxter Tag, der die Gruppenstimmung positiv beeinflusste, da man die meiste Zeit zusammen in den Fahrzeugen saß. Abends sind alle sehr erschöpft, sodass es heute schon früh sehr ruhig wird.
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